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Fr, 17. April 2026, 11:03 Uhr

Japan volkswirtschaftl. Probleme


21.09.01 08:55
LB Schleswig-Holstein

Nachdem die Analysten der Landesbank Schleswig-Holstein in der vergangenen Woche die Entwicklungen der Vergangenheit skizziert haben, welche in einem Absacken des Nikkei unter die 10.000 Punkte Marke ihren vorläufigen Tiefststand erreichten, werden sie heute die volkswirtschaftlichen Probleme der Ökonomie beleuchten und mögliche Wege aus der Krise aufzeigen.

Neben der in der letzten Woche bereits angesprochenen Bankenkrise, die trotz des niedrigen Zinses für eine nur zögerliche Kreditvergabe der Banken sorge, plage eine für japanische Verhältnisse historisch hohe Arbeitslosigkeit von 5% das Land. Diese für westliche Verhältnisse niedrige Arbeitslosenquote sei dennoch als bedrohlich anzusehen, da in Japan andere Maßstäbe bei der Berechnung derselben angelegt würden.

Die missliche Lage des Arbeitsmarktes verdeutliche sich vor allem in Anbetracht der Tatsache, dass sich die Arbeitslosenquote seit 1993 von 2,5% auf 5% verdoppelt habe. Die Grafik zeige, dass der Anstieg der Arbeitslosenquote ab 1993 mit nur 2-jähriger Verzögerung auf den Niedergang der Börse gefolgt sei.

Für das wohl größte Problem, die Konsumzurückhaltung, würden sich verschiedene Gründe anführen lassen. Einer sei die hohe Arbeitslosigkeit, welche das Volkseinkommen verringere. Der in Japan üblicherweise hohe gewinnabhängige Lohnanteil schmälere bei der gegenwärtigen düsteren Absatzlage der Binnenwirtschaft auch die Einkommen der Beschäftigten. Darüber hinaus bewirke die Sorge um den eigenen Arbeitsplatz eine erhöhte Sparneigung aus dem Vorsichtsmotiv.

Ein weiterer Grund sei die starke Überalterung der japanischen Gesellschaft, welche mit einem Rückgang der Erwerbsbevölkerung und einem Anstieg der "Rentenlast" einhergehe. Die offenkundige Schieflage der Rentenkassen veranlasse daher immer mehr Japaner sich durch stärkere Rücklagen wenigstens eine kleine Rente zu sichern. Die anhaltende Deflation verstärkt diese Sparanreize noch zusätzlich, so die Analysten.