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Sa, 18. April 2026, 8:40 Uhr

Japan BIP nur um 0,7% gestiegen


19.12.02 15:36
Kreissparkasse Pinneberg

Ein seit dem Jahreswechsel 2001/2002 steigender Tankan-Index und sogar ein über den Erwartungen liegender BIP-Anstieg im dritten Quartal - manch einer mag sich da verwundert die Augen reiben, berichten die Analysten der Kreissparkasse Pinneberg.

Ein Blick hinter die Kulissen sorge allerdings schnell wieder für Ernüchterung: Absolut gesehen notiere der Frühindikator weiter im Minus und das BIP sei nur um 0,7% gestiegen, man werde langsam bescheiden. Das Land des Lächelns sei unverändert zweigeteilt, während die export orientierten Sektoren mit einer hohen Produktivität und auskömmlichen Wachstumsraten operieren würden, seien die binnen orientierten Sektoren weiter in einem lethargischem Verharrungszustand. Die Verbraucherpreise seien weiter auf dem Rückzug und auch die Auftragseingänge aus dem Inland könnten keine Trendwende vollziehen.

Gleichwohl würden ausländische Produkte weiter gern gekauft und auch die Auftragseingänge aus dem Ausland würden zulegen. Am Arbeitsmarkt zeichne sich eine leichte Entspannung ab, da die Unternehmen vermehrt dazu übergehen würden, statt der Japan untypischen Entlassungen Lohnkürzungen vorzunehmen. Die sinkenden Lohnstückkosten würden neben dem Wegfall massiver Abschreibungen im nächsten Jahr einen spürbaren Gewinnsprung der Unternehmen begünstigen. Das werde auch nötig sein, um der Börse einen Halt zu geben. Das insgesamt besser als erwartetet verlaufene Jahr habe weiter sinkende Kurse mit sich gebracht.

Der nun eher verhaltene Ausblick, der vor allem an den Absatzchancen der Exportgüter hänge, bringe weniger positive Überraschungspotentiale mit sich. Japans Schicksal hänge unverändert an dem Willen, das strukturelle Problem des Bankensektors und das Besitzstandsdenken aufzubrechen. Noch, so habe es den Anschein, sei das Land nicht so weit, man leide auf zu hohem Niveau. Aber der Druck wachse beständig! So bestehe weiter Hoffnung und für Investitionen würden ausreichend attraktive Exportwerte zur Verfügung stehen.