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Fr, 17. April 2026, 8:21 Uhr

Irak-Konflikt bewegt Devisenmärkte


06.01.03 15:28
Sparkasse Bremen

Anlässlich des Weihnachts- und Neujahrsfestes wurden in Deutschland viele gute Wünsche artikuliert, so die Analysten der Sparkasse Bremen.

Bei allen Politikern und Kirchenvertretern aber auch bei Umfragen auf der Straße habe dabei der Wunsch nach Frieden an erster Stelle gestanden. Die Finanzmärkte gäben sich dieser Hoffnung nicht hin. Aufgrund der Medienberichterstattung über den Aufmarsch von US-Truppen am Persischen Golf und der dazugehörigen Rhetorik würden die Märkte den Krieg einpreisen. Dies würden die sprunghaften Kurssteigerungen bei den klassischen Krisenindikatoren Goldpreis, Wechselkurs des Schweizer Franken und Ölpreis zeigen.

Es möge unterschiedliche Szenarien über Ausmaß, Dauer und Beteiligte eines Krieges im Irak geben. Klar sei jedoch, dass die USA den größten Anteil daran haben würden. Da Kriege teuer seien, würden Volkswirte einen Anstieg des US-Haushaltsdefizits und eine Belastung für die Konjunktur erwarten. Hinzu komme, dass der starke Anstieg des Ölpreises an sich bereits negative Auswirkungen auf die Entwicklung der Wirtschaft habe. Als Ergebnis stehe der Wechselkurs des US-Dollars seit Wochen unter Druck, wovon der Euro profitiere.

Das jetzt erreichte Kursniveau des Euros erscheine vor dem fundamentalen Hintergrund übertrieben. Die Wirtschaft in Euroland werde sich auch 2003 schwächer entwickeln als in den USA. Die Inflation liege jenseits des Atlantiks nicht höher als in Europa, so dass mit einer Schwächung des Dollars "von innen" nicht argumentiert werden könne. Somit lasse sich schließen, dass auch im Euro-Dollar-Wechselkurs derzeit eine Kriegsprämie enthalten sei. Diese Kriegsprämie werde sich in Abhängigkeit der Nachrichtenlage unter starken Schwankungen weiter entwickeln. Erst ein (absehbares) Ende des Krieges werde es ermöglichen, die Währungen wieder nach fundamentalen Daten zu bewerten.

Dann werde der Dollar aufgrund der Stärke der US-Wirtschaft wieder zulegen und somit der Euro verlieren. Ein Rückfall sogar unter die Parität sei dann nicht ausgeschlossen. Charttechnisch liege die Untergrenze bei 0,96 US-Dollar je Euro. Der US-Dollar erscheine momentan unterbewertet. Eine Spekulation auf eine Normalisierung erscheine jedoch zu riskant, da diese Unterbewertung allein durch den erwarteten Krieg motiviert sei. Fundamental erscheine eine Kursspanne von 0,96 bis 1,02 US-Dollar je Euro gerechtfertigt.





 
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