Irak-Konflik belastet
20.01.03 17:28
Sparkasse Bremen
Wie entwickeln sich die Zinsen im Jahr 2003, fragen die Analysten der Sparkasse Bremen.
Die Beantwortung dieser Frage falle schwer, da auch hierfür die weitere Entwicklung des Irakkonflikts ausschlaggebend sei. Nach wie vor würden sich zwei wesentliche Szenarien unterscheiden lassen. Ein Krieg im Irak sei mittlerweile sehr wahrscheinlich. Die zwei Szenarien würden sich deshalb nur noch dadurch unterscheiden, welches Ausmaß und welche Dauer dieser Krieg haben werde. Im Szenario 1 komme es zu einem kurzen und aus Sicht der USA erfolgreichen Krieg. Nach wenigen Monaten würden die Kampftruppen abgezogen und statt dessen eine internationale Truppe zur Überwachung des friedlichen Wiederaufbaus im Land stationiert - ähnlich wie in Afghanistan.
Durch die Beseitigung der allgemeinen Unsicherheit würden die fundamentalen Faktoren in den Vordergrund rücken. Im Laufe des Jahres sei mit einer moderaten Konjunkturerholung zu rechnen, was zu Kursgewinnen am Aktienmarkt und steigenden Renditen bei Anleihen führe. Die Rendite zehnjähriger Anleihen dürfte dann zum Jahresende in einem Bereich von 4,7% bis 4,8% liegen (aktuell: 4,3%). Die kurzfristigen Zinsen könnten noch stärker steigen. Sie besäßen ein gewisses "Aufholpotenzial", da sie in den letzten Monaten stärker gefallen seien als die langfristigen Zinsen. Andererseits könnten die kurzfristigen Zinsen durch die Maßnahmen der Notenbanken beeinflusst werden.
Da sich die Inflation derzeit ruhig entwickele und durch den Anstieg des Euro-Außenwerts gegenüber dem US-Dollar der Druck von Seiten der Importpreise gesunken sei, könnten die Notenbanken bei ihren Maßnahmen mehr Rücksicht auf die Konjunktur nehmen. Insofern erscheine eine weitere Zinssenkung durch die EZB denkbar, weshalb eine genaue Prognose kaum möglich sei. Als Szenario 2 komme ein langwieriger Irakkrieg in Betracht, der zusätzlich von Terroranschlägen begleitet werde. Für die Märkte bedeute dies anhaltende Unsicherheit, die immer wieder von Panik begleitet werde. Symptome seien Ausverkäufe am Aktienmarkt, historisch niedrige Renditen und ein Ölpreis, der in der Spitze 60 US-Dollar pro Barrel erreiche.
Aufgrund der konjunkturellen Probleme würden die Notenbanken erneut die Zinsen senken. Diese politisch wenig wünschenswerte Lage würde Rentenanlegern einen guten Jahrgang mit weiteren Kursgewinnen bescheren. Obwohl es für Rentenanleger unattraktiver erscheine, favorisiere man Szenario 1. Demnach wären im Jahr 2003 sehr moderate Kursverluste zu erwarten. Absolute Verluste (Kursrückgänge größer als die Nominalverzinsung) seien nicht zu befürchten. Aufgrund der politischen Unsicherheit sei eine klare Prognose für 2003 nicht möglich. Das Kursrisiko aufgrund steigender Zinsen scheine jedoch überschaubar zu bleiben. Wegen der geringeren Reagibilität auf Zinsänderungen favorisiere man weiterhin kurze Laufzeiten.
Die Beantwortung dieser Frage falle schwer, da auch hierfür die weitere Entwicklung des Irakkonflikts ausschlaggebend sei. Nach wie vor würden sich zwei wesentliche Szenarien unterscheiden lassen. Ein Krieg im Irak sei mittlerweile sehr wahrscheinlich. Die zwei Szenarien würden sich deshalb nur noch dadurch unterscheiden, welches Ausmaß und welche Dauer dieser Krieg haben werde. Im Szenario 1 komme es zu einem kurzen und aus Sicht der USA erfolgreichen Krieg. Nach wenigen Monaten würden die Kampftruppen abgezogen und statt dessen eine internationale Truppe zur Überwachung des friedlichen Wiederaufbaus im Land stationiert - ähnlich wie in Afghanistan.
Da sich die Inflation derzeit ruhig entwickele und durch den Anstieg des Euro-Außenwerts gegenüber dem US-Dollar der Druck von Seiten der Importpreise gesunken sei, könnten die Notenbanken bei ihren Maßnahmen mehr Rücksicht auf die Konjunktur nehmen. Insofern erscheine eine weitere Zinssenkung durch die EZB denkbar, weshalb eine genaue Prognose kaum möglich sei. Als Szenario 2 komme ein langwieriger Irakkrieg in Betracht, der zusätzlich von Terroranschlägen begleitet werde. Für die Märkte bedeute dies anhaltende Unsicherheit, die immer wieder von Panik begleitet werde. Symptome seien Ausverkäufe am Aktienmarkt, historisch niedrige Renditen und ein Ölpreis, der in der Spitze 60 US-Dollar pro Barrel erreiche.
Aufgrund der konjunkturellen Probleme würden die Notenbanken erneut die Zinsen senken. Diese politisch wenig wünschenswerte Lage würde Rentenanlegern einen guten Jahrgang mit weiteren Kursgewinnen bescheren. Obwohl es für Rentenanleger unattraktiver erscheine, favorisiere man Szenario 1. Demnach wären im Jahr 2003 sehr moderate Kursverluste zu erwarten. Absolute Verluste (Kursrückgänge größer als die Nominalverzinsung) seien nicht zu befürchten. Aufgrund der politischen Unsicherheit sei eine klare Prognose für 2003 nicht möglich. Das Kursrisiko aufgrund steigender Zinsen scheine jedoch überschaubar zu bleiben. Wegen der geringeren Reagibilität auf Zinsänderungen favorisiere man weiterhin kurze Laufzeiten.
Werte im Artikel

