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Sa, 18. April 2026, 9:36 Uhr

IWF senkt Prognose für Wachstum


14.03.03 16:37
Frankfurter Sparkasse

In den letzten Tagen hat die Baisse an den Aktienmärkten eine regelrechte Eigendynamik entwickelt, und die wichtigsten Indizes haben einen kräftigen Kursrutsch erlebt, berichten die Analysten der Frankfurter Sparkasse.

Insbesondere institutionelle Anleger seien gezwungen gewesen, ihre Aktienbestände zu reduzieren und hätten damit noch diese Bewegung verstärkt. Die Gründe für die Flucht aus Aktien seien dieselben wie schon seit geraumer Zeit. Der weiterhin ungelöste Irak-Konflikt mit der immer näher rückenden Befürchtung eines Krieges bleibe dominant belastend. Befürchtet werde, dass die ohnehin schon fragile Konjunktur der Weltwirtschaft dadurch vollends abgewürgt werde. Den vermehrt um sich greifenden Konjunkturpessimismus würden auch die Wirtschaftsforschungsinstitute nähren, die ihre Wachstumsprognosen für 2003 teilweise deutlich senken würden. Auch der IWF habe seine Wachstumserwartung für Deutschland von früher 2,0 auf nun nur noch 0,7% revidiert.

Anhaltende Risikofaktoren würden sich im hohen Ölpreis und der Euro-Stärke finden. Schlechte Unternehmensmeldungen praktisch quer durch alle Branchen (Deutsche Telekom, VW, Bayer) würden zusätzlich belasten. Hinzu kämen die starken Kursverluste bei den in den Indizes hoch gewichteten Versicherungsaktien, bei denen sowohl neuer Abschreibungsbedarf als auch möglicherweise sogar neuer Kapitalbedarf vermutet werde.

Die Aktienmärkte hätten mithin neue mehrjährige Tiefststände erreicht. Während der DAX auf den tiefsten Stand seit Ende 1995 gefallen sei, habe der Nikkei sogar ein 20-Jahres-Tief erreicht. Entsprechend kritisch stelle sich weiterhin die charttechnische Konstellation mit den intakten Abwärtstrends dar. Auch wenn man sich in einer Übertreibungsphase befinde, sei jedoch nur schwer zu terminieren, wann der Umkehrpunkt komme. Die extrem überverkaufte Situation, gepaart mit niedrigen Bewertungen im Standardwertebereich und attraktiven Dividendenrenditen deutlich über Festgeldniveau, lasse aber jederzeit eine deutliche Gegenbewegung nach oben möglich werden. Für eine nachhaltige Trendwende würden jedoch überzeugende Bodenbildungsanzeichen bzw. eine Lösung des Irak-Konflikts fehlen.



 
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