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So, 26. April 2026, 20:31 Uhr

Euro-Renten freundlich


05.01.04 10:05
WGZ-Bank

Nach der etwas schwächeren Eröffnung drehten die europäischen Bondmärkte recht schnell ins Plus, so die Analysten der WGZ-Bank.

Die US-Bonds hätten diese Kursgewinne nicht mitgemacht, so dass mittlerweile die 10-jährige US-Treasury wieder höher rentiere als die entsprechende Bundesanleihe. Mit der Veröffentlichung des überraschend kräftigen Anstiegs des ISM-Index in den USA hätten die Anleihen ihre Gewinne aber wieder abgegeben. Der Einkaufsmanagerindex sei im Dezember auf den höchsten Stand seit 20 Jahren (66,2 Punkte) gesprungen. Auch wenn ein derartiges Indexniveau nicht länger durchhaltbar sei, deute sich damit auch für das Verarbeitende Gewerbe in den USA eine kräftige Belebung an.

Der Einkaufsmanagerindex für den Euroraum insgesamt habe im Dezember nur geringfügig zugelegt. Von den großen Teilnehmerstaaten habe der Index dabei lediglich in Deutschland zulegen können, während er in Frankreich, Italien und Spanien leicht zurückgegangen sei. Offenbar gelinge es der deutschen Industrie eher als der der Nachbarn von der weltweiten Konjunkturerholung zu profitieren, ohne dass sich die Euroaufwertung zu stark negativ bemerkbar gemacht habe.

Heute Morgen seien bereits die deutschen Einzelhandelsumsätze für den November bekannt gegeben worden. Mit einem Rückgang um real 1,8% monatsbezogen seien die Erwartungen deutlich verfehlt worden. Damit seien die Berichte aus dem Einzelhandel, wonach das Weihnachtsgeschäft eher schwach verlaufen sei, bestätigt worden. Heute veröffentliche Eurostat die erste Schätzung zur Inflationsrate im Euroraum im Dezember. Die bisher vorliegenden Länderdaten aus Deutschland, Italien und Belgien würden auf einen Rückgang des Preisauftriebs hindeuten. Die kräftige Euroaufwertung dürfte dabei den Anstieg der Rohstoffpreise ausgeglichen haben.

Die Bauausgaben und hierbei vor allem die Wohnungsbauausgaben seien bisher eine der wichtigen Stützen für die US-Konjunktur. Die robusten Zuwächse bei den verfügbaren Einkommen und das nach wie vor niedrige Zinsniveau würden hierbei noch keine Trendwende erwarten lassen. Weder im späten US-Handel noch im frühen asiatischen Handel habe es größere Bewegungen bei den US-Treasuries gegeben, so dass die europäischen Märkte kaum verändert eröffnet hätten. Nach zwei Wochen mit geringen Umsätzen dürfte sich der Markt heute beleben, wobei von Seiten der Konjunkturdaten keine Impulse zu erwarten seien. Der festere Euro könnte dagegen vor allem kürzere Laufzeiten stützen.