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Fr, 17. April 2026, 12:13 Uhr

Euro-Renten mit Verlusten


24.03.04 10:27
WGZ-Bank

Nach einem gut behaupteten Start rutschten die europäischen Rentenmärkte gestern zügig ins Minus, so die Analysten der WGZ-Bank.

Belastend hätten sich vor allem besser als erwartete europäische Konjunkturdaten ausgewirkt. Auch die zumindest bis zum Nachmittag anhaltende Erholung an den Aktienmärkten sowie ein aufwertender US-Dollar habe die Rentenmärkte belastet. Im späten Handel habe die Stimmung dann aber gedreht. Ausgehend von einem im Handelsverlauf freundlicheren US-Rentenmarkt hätten die Verluste nahezu wieder wettgemacht werden können. Auch die wieder nachgebenden Dividendentitel sowie ein etwas schwächerer US-Dollar hätten zur Wende an den europäischen Rentenmärkten beigetragen. Während die Renditen der langen Laufzeiten im Vergleich zum Vortag nahezu unverändert geblieben seien, hätten die Renditen der kurzen und mittleren Laufzeiten geringfügig angezogen.

Die gestrigen Konjunkturdaten hätten fast ausnahmslos über den Erwartungen gelegen. So seien die Verbraucherausgaben in Frankreich entgegen den Prognosen im Februar konstant geblieben, zudem sei der ohnehin schon starke Anstieg im Januar nochmals nach oben korrigiert worden. Auch das Konsumentenvertrauen in Italien sei nicht gefallen, sondern leicht gestiegen. Schließlich sei das Geschäftsklima in Belgien (März) auf das höchste Niveau seit fast zwei Jahren geklettert. Dies sei besonders hervorzuheben, da diesem Index eine Frühindikatorfunktion für die gesamt europäische Wirtschaft zugeschrieben werde.

Heute stünden neben dem italienischen Geschäftsklima weitere Inflationsdaten aus den deutschen Bundesländern zur Veröffentlichung an. Die ersten Länder hätten gestern bereits Daten veröffentlicht. Sollte sich der Trend bestätigen, sei auch auf Bundesebene mit einem stärkeren Anstieg als zunächst erwartet zu rechnen. Schließlich gebe es heute auch US-Konjunkturdaten. Die Auftragseingänge für langlebige Güter (Februar) dürften nach dem Rückgang im Januar wieder spürbar angezogen haben. Die steigende gesamtwirtschaftliche Nachfrage sollte angesichts der geringen Lagerbestände zu höheren Bestellungen geführt haben. Auch die verbesserte Gewinnsituation der Unternehmen dürften zu einer wachsenden Bereitschaft Investitionsgüter zu erwerben, geführt haben.

Angesichts der guten US-Vorgaben hätten die europäischen Rentenmärkte heute freundlich eröffnet. Sollten sich der abzeichnende Preistrend in Deutschland bestätigen und die US-Auftragseingänge die Erwartungen erfüllen können, halte man im Tagesverlauf trotz des insgesamt bondfreundlichen Umfelds abbröckelnde Gewinne für möglich.





 
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