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So, 26. April 2026, 5:21 Uhr

Emerging Markets uneinheitlich


23.01.04 14:01
WGZ-Bank

In der nächsten Woche wird der IWF voraussichtlich die im Dezember zurückgehaltene Zahlung an Argentinien bewilligen, so die Analysten der WGZ-Bank.

Mit der zu erwartenden Bestätigung der Haushalts- und Inflationsziele werde die anstehende Summe von 330 Mio. US-Dollar wohl freigegeben werden. Der Betrag werde im Wesentlichen zur Bedienung der Verschuldung bei den multi-nationalen Organisationen eingesetzt werden. Entgegen der allgemeinen Marktmeinung habe die Zentralbank Brasiliens die Leitzinsen am Mittwoch nicht weiter gesenkt. Damit würden sich die Zinsen seit Mitte Dezember unverändert bei 16,5% bewegen. Nach anfänglicher Enttäuschung der Marktteilnehmer habe sich aber die Erkenntnis durchgesetzt, dass noch weitergehende Zinssenkungen bei einer wirtschaftlichen Erholung zu einem Anstieg der Inflationsrate führen könnten, so dass die Zinsentscheidung letztendlich positiv gewertet worden sei.

Die Notenbank dürfte bei ihrer Entscheidung auch von der Veröffentlichung der Inflationsrate für Januar beeinflusst worden sein. Auch wenn bisher nicht die umfassende Inflationsrate zur Verfügung stehe, sondern erst die Daten für Sao Paulo, deute sich doch eine deutlich höhere Preissteigerung an als noch im Dezember. Zwar dürfte dieser Anstieg auf einmalige Effekte zurückzuführen sein - die Anhebung administrierter Preise zum Jahresbeginn -, gleichwohl werde die Notenbank erst die weitere Preisentwicklung abwarten wollen. Das aber heiße, dass die Zentralbank vor März wohl keine weitere Zinssenkung beschließen sollte.

Die Marktverunsicherung mit Blick auf Venezuela habe wieder einmal aus wirtschaftspolitischen "Einbringungen" von Präsident Chávez resultiert. Dieser habe die Zentralbank aufgefordert, 6 Mrd. US-Dollar aus den internationalen Reserven (insgesamt rund 21 Mrd. US-Dollar) für wirtschaftpolitische Maßnahmen bereitzustellen. Chávez, dem hierunter offenbar die Förderung der Landwirtschaft sowie der Tourismusindustrie vorschwebe, habe dem Zentralbankdirektorium dabei recht energisch gedroht.



 
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