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Fr, 17. April 2026, 21:59 Uhr

Edel SE&Co KgaA

WKN: 564950 / ISIN: DE0005649503

Edel Music meiden


04.12.00 00:00
fnet.de Research

Riskiert man einen Blick auf die Liste der größten Verlierer des Tages, so kann man nur froh sein, wenn man keine Wertpapiere von Edel Music (WKN 564950) in seinem Depot hält, so die Analysten von fnet.de Research.

Die Aktien des Hamburger Musikunternehmens hätten heute mehr als ein Drittel ihres Kurswerts eingebüßt und würden mittlerweile nur noch bei 7,0 Euro notieren. Hauptverantwortlich für den neuerlichen Kurssturz dürften die am Freitag vorgelegten Zahlen für die ersten neun Monate dieses Jahres sein. Einerseits habe zwar der Umsatz um 164 Prozent auf 754,6 Mio. DM gesteigert werden können, andererseits wäre jedoch die Ergebnisziele erneut deutlich verfehlt worden.

Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) weise einen Verlust von 9,7 Mio. DM aus. Neben der Verkündung der Zahlen seien auch die Planzahlen für das Gesamtjahr 2000 nach unten korrigiert worden. Nachdem ursprünglich von einem EBIT in Höhe von 90 Mio. DM ausgegangen worden wurde, plane man nunmehr lediglich mit einem EBIT von 23,5 Mio. DM. Hierbei müsse man sich jedoch die Frage stellen, inwieweit auch dieses korrigierte Ergebnisziel realistisch seien. Zwar sei das vierte Quartal mit samt seinem Weihnachtsgeschäft traditionell das ertragsreichste, fraglich sei jedoch, ob derart immense Gewinne verbucht werden könnten.

Edel Music sei Europas größtes Independent-Musiklabel und verfüge über ein Full-Service Programm: von der Entdeckung neuer Stars, der Produktion und Distribution eigener CDs bis hin zur Vermarktung musikbezogener Artikel. Dieses eigentlich relativ gut ausgerichtete Portfolio werde jedoch durch zahlreiche Faktoren enorm beeinträchtigt. Der gesamte Musikmarkt werde durch die großen Anbieter dominiert, die zunehmend die Preise diktieren würden. Somit sei Edel Music stets von den Strategien der Big Player im Markt abhängig. Außerdem stehe der Gesamtmarkt im Zuge der Entwicklungen im Internet vor gravierenden Problemen. Bahnbrechende Neuerungen sowie Produktpiraterie durch Internetportale wie Napster würden hier strategische Probleme darstellen.

Um die geringe Profitabilität in den Griff zu bekommen, habe Edel Music nun die Unternehmensberater von Roland Berger mit der Durchführung eines Kostenreduktionsprogramms beauftragt. Sie sollten sich außerdem um die Neustrukturierung der Tochtergesellschaften in den USA und Argentinien kümmern. Ob aber diese Maßnahme die von Edel Music bereits für 2001 prognostizierten Gewinne erbringen würde, bleibe abzuwarten, da bekanntlich die Berater von Roland Berger nicht gerade im Billigpreissegment tätig seien.

Weiteres Ungemach drohe der Aktie von Edel Music im März nächsten Jahres. Nachdem bei der letzten Neuzusammensetzung des Nemax50 der Platz im Index noch behauptet werden konnte, sei es äußerst fraglich, ob dies in der nächsten Runde wieder der Fall sei. Nach dem heutigen Kurssturz würden sicherlich in den nächsten Tagen zahlreiche Zocker ihr Glück mit der Aktie von Edel Music versuchen. Da es sich erst einmal langfristig herausstellen müsse, ob Edel Music in der Lage sei, positive Ergebnisse zu erwirtschaften bzw. zumindest Prognosen einzuhalten, raten die Analysten von fnet.de Reserach, dieses Wertpapier zu meiden.





 
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