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Fr, 17. April 2026, 7:22 Uhr

EZB nach Zinssenkung


17.03.03 11:01
Sparkasse Bremen

Wie erwartet hat die Europäische Zentralbank (EZB) die Leitzinsen um 0,25 Prozentpunkte gesenkt, so die Analysten der Sparkasse Bremen.

Damit würden die Leitzinsen erneut den tiefsten Stand seit Gründung der EZB erreichen. Begründet worden sei der Zinsschritt in erster Linie mit der Sorge um die sehr schwache Konjunkturlage in Euroland. Die Deutsche Bundesbank habe gleichzeitig vor einer langanhaltenden Schwächephase der deutschen Wirtschaft mit weiter steigender Arbeitslosigkeit gewarnt und bei der Bundesregierung in eindeutigem Ton grundlegende Strukturreformen angemahnt.

Aufgrund dieser schwachen Konjunkturlage erwarte man eine weitere Zinssenkung der EZB um 0,25 Prozentpunkte. Die Inflationsrate sei derzeit aufgrund der Verzerrung des Ölpreises durch den Irakkonflikt nur bedingt aussagekräftig. Möglicherweise erfolge der nächste Zinsschritt im Mai, wenn sich bis dahin die weltpolitische Lage etwas aufgeklart habe. Mit der Zinssenkung habe die EZB das nachvollzogen, was der Markt bereits vorweg genommen habe. Die Umlaufrendite (durchschnittliche Rendite der öffentlichen Wertpapiere) nähere sich bereits ihren Tiefstständen vom Frühjahr 1999.

Angesichts dieser Entwicklung würden die gleichen Risiken wie im Laufe des Jahres 1999 drohen. Die Belebung der Konjunktur und das Durchstarten des Aktienmarktes hätten zu einem deutlichen Zinsanstieg und spürbaren Kursverlusten bei Rentenpapieren geführt. Grundsätzlich sei dieses Zinsänderungsrisiko in der momentanen Marktphase ebenso vorhanden wie 1999. Eine - wie auch immer geartete - Lösung des Irakkonflikts würde auf die Märkte wie ein Befreiungsschlag wirken. In so einem Fall erwarte man erhebliche Umschichtungen vom Renten- in den Aktienmarkt. Das Ausmaß des daraus resultierenden Renditeanstiegs dürfte jedoch nicht so hoch ausfallen wie 1999, da die Rahmenbedingungen andere seien als damals (Beflügelung der Aktienkurse durch neue Technologien verbunden mit Hochkonjunktur).

Man rate Rentenanlegern ihr Depot auf vorhandene Kursgewinne zu untersuchen. Unabhängig von einer möglichen Besteuerung sollte die Realisierung von Gewinnen in Betracht gezogen werden bevor diese schwänden. Wann der richtige Zeitpunkt zur Realisierung gekommen sei und wann welche neuen Steuerregelungen in Kraft träten, lasse sich immer noch nicht abschätzen.





 
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