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Fr, 17. April 2026, 9:35 Uhr

EZB mit Zinserhöhung


09.12.02 17:35
Sparkasse Bremen

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat die Leitzinsen um einen halben Prozentpunkt gesenkt, so die Analysten der Sparkasse Bremen.

Dies sei der erste Zinsschritt seit November 2001. Die EZB habe den Schritt mit der schwachen Konjunkturentwicklung begründet. Diese sei mit ein Grund dafür, dass die Inflations-gefahren als gering eingeschätzt würden. Tatsächlich habe die zuletzt veröffentlichte Inflationsrate für den Euroraum im Oktober bei 2,3% gelegen - und damit über der von der EZB gesetzten Marke von 2,0%. Die schwache konjunkturelle Entwicklung spreche für einen weiteren Rückgang der Inflation. Andererseits sei der Ölpreis seit Mitte November wieder von 23 auf 26 US-Dollar pro Barrel (Sorte Brent) gestiegen.

In der letzten Zeit sei die EZB mehrfach von Seiten der Politik zu Zinssenkungen aufgefordert worden. EZB-Präsident Duisenberg habe in der Pressekonferenz nach der Zinsentscheidung Strukturreformen seitens der Politik angemahnt. Dies deute darauf hin, dass die Notenbank Zinssenkungen nicht als das allein wirksame Mittel zur Lösung der aktuellen Wirtschaftsprobleme ansehe. Diese Einschätzung werde von vielen Experten geteilt. Rüdiger Pohl, Chef des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH), gehe sogar davon aus, dass die Zinssenkung ohne Wirkung verpuffe. Insofern lasse sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen, ob es noch eine weitere Zinssenkung durch die EZB im 1. Quartal 2003 geben werde.

Zur Begründung könnten lediglich Konjunkturdaten dienen, die noch schlechter ausfallen würden als jetzt ohnehin schon erwartet. Der Rentenmarkt habe die Zinssenkung eingepreist. Insofern sei die Kursreaktion auch bei Papieren mit kurzer Laufzeit gering ausgefallen. Da nach jetzigem Stand aber nur noch höchstens eine Zinssenkung durch die EZB zu erwarten sei, schwinde das Kurspotenzial für kurzfristige Rentenpapiere. Die kurzfristigen Zinsen seien bereits stärker gefallen als die Zinsen am langen Ende, was zu Kursgewinnen geführt habe. Die langfristigen Zinsen würden durch die Maßnahmen der Notenbank kaum beeinflusst. Auf die Zinssenkung hätten sie nicht reagiert.

Seit Monaten entwickelten sie sich lediglich als Spiegelbild des Aktienmarktes. Zusammen mit der schleppenden Konjunkturerholung sei ein sehr langsames Anziehen zu erwarten. Allerdings hätten die Kurse langfristiger Papiere stärker auf das Zinsänderungsrisiko reagiert.





 
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