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Fr, 17. April 2026, 12:46 Uhr

Deutscher Aktienmarkt belastet


04.12.00 00:00
LB Schleswig-Holstein

Die Situation an den Aktienmärkten bleibe weiter angespannt, so die Experten der Landesbank Schleswig-Holstein.

Wie das berühmte Damoklesschwert schwebe der Ausgang der Präsidentschaftswahlen über den Märkten und verhindere die von vielen Seiten erhoffte Herbstrallye. Dazu kämen weitere schwache Konjunkturzahlen in Amerika, die die Befürchtungen über eine Fortsetzung der konjunkturellen Abschwächung schürten. Neben diesen Rahmenfaktoren habe es am deutschen Markt mehrere Unternehmen gegeben, die die Aufmerksamkeit der Investoren auf sich gezogen hätten.

Im DAX sei dies zunächst DaimlerChrysler gewesen, denen eine Milliardenklage eines amerikanischen Aktionärs drohe. Daimler-Chef Schrempp werde vorgeworfen, niemals eine "Fusion unter Gleichen", sondern immer eine Übernahme Chrysler's durch Daimler im Sinn gehabt zu haben. Somit habe man sich die Zustimmung der amerikanischen Investoren zu dem Geschäft mit falschen Behauptungen erkauft. Auslöser für die Klage sei ein in den letzten Tagen veröffentlichtes Interview von Schrempp, in dem er seine Übernahmeabsicht bestätigt und zugegeben habe, mit der Berufung deutscher Manager bei der Sparte Chrysler nun am Ziel zu sein.

Die Einzelklage belaufe sich auf eine Schadensersatzsumme von umgerechnet mehr als 20 Mrd. DM. Nach Ansicht von US-Analysten könnte das Verfahren eine weitere Klagewelle nach sich ziehen. Aufgrund der neuen Situation rieten die Analysten der Landesbank Schleswig-Holstein bei DaimlerChrysler, Neuengagements vorerst zurückzustellen, ehe sich Aussagen über die Chancen der Klage treffen ließen.