Deutsche Telekom kaufen
17.11.04 09:09
Sparkasse Essen
Die Analysten der Sparkasse Essen raten zum Kauf der Aktie der Deutschen Telekom.
Die Deutsche Telekom gehöre zu den weltweit führenden Telekommunikationskonzernen. Ab 2005 wolle sich der Konzern von den bisher vier auf die drei strategischen Geschäftsfelder Mobilfunk, Festnetz/Breitband und Geschäftskunden neu ausrichten. Damit sollten die Rivalitäten zwischen den verschiedenen Bereichen beendet werden und Produktbündel besser aufeinander abgestimmt werden.
Die Deutsche Telekom habe jüngst angekündigt, die T-Online Aktien zu 8,99 Euro zurückzukaufen und im Konzern einzugliedern. Alternativ solle ein Tauschverhältnis ermittelt werden. Da die Telekom sowieso 74% der Anteile halte, sollten die nach dem deutschen Konzernrecht erforderlichen 75% problemlos erreichbar sein. Mit Entrüstung hätten zwar einige Verbraucherschützer auf den angedachten Rückkaufspreis reagiert, da die Aktie im Jahr 2000 zu 27,00 Euro teilprivatisiert worden sei.
Ob es in einem möglichen Spruchstellenverfahren jedoch zu einem höheren Abfindungspreis komme, sei fraglich. Denn was angemessen sei, befänden in einem möglichen Verfahren Wirtschaftsprüfer nach einem Ertragswertverfahren. Im Vorfeld hätten aber bereits zahlreiche Analysten ihrerseits in sog. Discounted Cash Flow Verfahren versucht, den fairen Wert der Deutschen Telekom und T-Online zu ermitteln. Die WestLB-Analysten kämen dabei jedoch auf eine Unterbewertung der Deutschen Telekom von ca. 15% und einer Überbewertung von T-Online von 12,5%, was darauf hindeute, dass wenig Platz für eine Verbesserung des Abfindungspreises oder einer besseren Tauschrelation existiere.
Stategisch mache die Re-Integration für die Deutsche Telekom Sinn, da man eine bessere Produktbündelung betreiben und aufwendige Mehrfachentwicklungen vermeiden könne. Gleiches habe auch schon die France Telecom mit ihrer Internet-Tochter vorgemacht.
Die Neunmonatszahlen der Deutsche Telekom AG hätten die Marktteilnehmer überzeugt. Statt einer angestrebten Verdoppelung des Gewinns auf 2,5 Mrd. Euro habe der Konzern in den ersten neun Monaten 3,2 Mrd. Euro verdienen können. Allerdings hätten dabei auch wieder erhebliche außerordentliche Effekte zu Buche geschlagen, wie z.B. Wertzuschreibungen bei den Mobilfunklizenzen der US-Tochter bzw. Drohverlustrückstellungen für die Auflösung des Joint Ventures mit Cingular Wireless. Das vierte Quartal solle aber keinen Gewinnbeitrag mehr liefern, da man in das weitere Wachstum der US-Tochter investieren wolle. Als Wachstumstreiber hätten sich im zurückliegenden Quartal das Mobilfunk- und Internetgeschäft erwiesen. Insbesondere T-Mobil Deutschland habe eine EBITDA-Marge von 41,2% erzielt. Zudem steuere die Mobilfunksparte insgesamt bereits 41% zum Konzern-EBITDA bei. Entgegen der Strategie von Vodafone, die UMTS über Handy-Subventionen weiter vorantreiben wollen würden, setze man bei der Deutschen Telekom zukünftig tendenziell mehr auf qualitatives Wachstum und solide ARPU (Umsätze pro Nutzer).
Außerdem habe der Konzern für 2004 eine Dividende zwischen 0,56 und 0,62 Euro je Aktie angekündigt, was einer Dividendenrendite von fast 4% entspreche. Damit sei die Deutsche Telekom im DAX bei der Dividendenrendite auf Platz zwei nach DaimlerChrysler und vor den Versorgern gerutscht. Da der Free Cash-Flow in 2005 laut Aussagen der Telekom zwischen 7,5 und 8,0 Mrd. Euro liegen solle, könne das Dividendenvolumen in Höhe von 2,4 bis 2,6 Mrd. Euro quasi aus der Portokasse bezahlt werden.
Die bundeseigene Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) habe im Oktober die Platzierung eines Aktienpakets bei institutionellen Anlegern zu 15,05 Euro durchgeführt und damit ihren Anteil von 16,7% auf 10,4% reduziert. Gleichzeitig schaffe die Förderbank damit erneuten Raum für weitere Platzhaltergeschäfte mit dem Bund, der selbst noch 26% an der Deutschen Telekom halte. Früheren Aussagen aus dem Finanzministerium zufolge sei es das Ziel, bis 2006 die Anteile zwecks Sanierung des Bundeshaushaltes zu veräußern. Kurzfristig würden derartige Umplatzierungen (und auch schon die Gerüchte darüber) den Aktienkurs belasten, langfristig sähen die Analysten einen Rückzug des Staates als vorteilhaft an, da sich damit auch der Free-Float und die Börsengewichtung erhöhe.
Während sich der nächste technische Widerstand bei Kursen um 16,87 Euro befinde, wäre nach einem Überschreiten desselben der Weg sogar in Richtung der 20,00 Euro-Marke frei.
Die Analysten der Sparkasse Essen sehen daher ein Kursziel von 19,00 Euro als realistisch an und stufen die Aktie der Deutschen Telekom mit "kaufen" ein.
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
Die Deutsche Telekom gehöre zu den weltweit führenden Telekommunikationskonzernen. Ab 2005 wolle sich der Konzern von den bisher vier auf die drei strategischen Geschäftsfelder Mobilfunk, Festnetz/Breitband und Geschäftskunden neu ausrichten. Damit sollten die Rivalitäten zwischen den verschiedenen Bereichen beendet werden und Produktbündel besser aufeinander abgestimmt werden.
Die Deutsche Telekom habe jüngst angekündigt, die T-Online Aktien zu 8,99 Euro zurückzukaufen und im Konzern einzugliedern. Alternativ solle ein Tauschverhältnis ermittelt werden. Da die Telekom sowieso 74% der Anteile halte, sollten die nach dem deutschen Konzernrecht erforderlichen 75% problemlos erreichbar sein. Mit Entrüstung hätten zwar einige Verbraucherschützer auf den angedachten Rückkaufspreis reagiert, da die Aktie im Jahr 2000 zu 27,00 Euro teilprivatisiert worden sei.
Ob es in einem möglichen Spruchstellenverfahren jedoch zu einem höheren Abfindungspreis komme, sei fraglich. Denn was angemessen sei, befänden in einem möglichen Verfahren Wirtschaftsprüfer nach einem Ertragswertverfahren. Im Vorfeld hätten aber bereits zahlreiche Analysten ihrerseits in sog. Discounted Cash Flow Verfahren versucht, den fairen Wert der Deutschen Telekom und T-Online zu ermitteln. Die WestLB-Analysten kämen dabei jedoch auf eine Unterbewertung der Deutschen Telekom von ca. 15% und einer Überbewertung von T-Online von 12,5%, was darauf hindeute, dass wenig Platz für eine Verbesserung des Abfindungspreises oder einer besseren Tauschrelation existiere.
Stategisch mache die Re-Integration für die Deutsche Telekom Sinn, da man eine bessere Produktbündelung betreiben und aufwendige Mehrfachentwicklungen vermeiden könne. Gleiches habe auch schon die France Telecom mit ihrer Internet-Tochter vorgemacht.
Außerdem habe der Konzern für 2004 eine Dividende zwischen 0,56 und 0,62 Euro je Aktie angekündigt, was einer Dividendenrendite von fast 4% entspreche. Damit sei die Deutsche Telekom im DAX bei der Dividendenrendite auf Platz zwei nach DaimlerChrysler und vor den Versorgern gerutscht. Da der Free Cash-Flow in 2005 laut Aussagen der Telekom zwischen 7,5 und 8,0 Mrd. Euro liegen solle, könne das Dividendenvolumen in Höhe von 2,4 bis 2,6 Mrd. Euro quasi aus der Portokasse bezahlt werden.
Die bundeseigene Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) habe im Oktober die Platzierung eines Aktienpakets bei institutionellen Anlegern zu 15,05 Euro durchgeführt und damit ihren Anteil von 16,7% auf 10,4% reduziert. Gleichzeitig schaffe die Förderbank damit erneuten Raum für weitere Platzhaltergeschäfte mit dem Bund, der selbst noch 26% an der Deutschen Telekom halte. Früheren Aussagen aus dem Finanzministerium zufolge sei es das Ziel, bis 2006 die Anteile zwecks Sanierung des Bundeshaushaltes zu veräußern. Kurzfristig würden derartige Umplatzierungen (und auch schon die Gerüchte darüber) den Aktienkurs belasten, langfristig sähen die Analysten einen Rückzug des Staates als vorteilhaft an, da sich damit auch der Free-Float und die Börsengewichtung erhöhe.
Während sich der nächste technische Widerstand bei Kursen um 16,87 Euro befinde, wäre nach einem Überschreiten desselben der Weg sogar in Richtung der 20,00 Euro-Marke frei.
Die Analysten der Sparkasse Essen sehen daher ein Kursziel von 19,00 Euro als realistisch an und stufen die Aktie der Deutschen Telekom mit "kaufen" ein.
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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