Deutsche Börsen belastet
29.10.02 13:03
Sparkasse Bremen
Trotz der guten Performance deutscher Aktien in den beiden letzten Wochen ziehen dunkle Wolken über dem deutschen Aktienmarkt auf, so die Analysten der Sparkasse Bremen.
Die steuerpolitischen Maßnahmen der neu gewählten Bundesregierung würden sowohl bei unabhängigen Wirtschaftsexperten als auch in den deutschen Konzernzentralen die Alarmglocken schrillen lassen. Kein Unternehmen denke zwar unmittelbar über die Verlagerung des steuerlich relevanten Unternehmenssitzes ins Ausland nach, viele Unternehmen zeigten sich in dieser Thematik bei Nachfragen jedoch ausgesprochen zugeknöpft. Ein klares Bekenntnis zum Standort Deutschland sehe anders aus.
Ausländische Adressen hätten in ihren Kommentaren zum deutschen Aktienmarkt jegliche Zurückhaltung aufgegeben. So empfehle die niederländische ABN-Amro-Bank die deutsche Wirtschaft vollkommen aus dem Depot herauszuhalten. Insbesondere Konzerne mit hohem Umsatzanteil in Deutschland sehe ABN skeptisch. Als Beispiele seien an dieser Stelle Karstadt (91% Deutschlandanteil), Deutsche Telekom und die Commerzbank genannt. Alle drei Werte befänden sich jedoch nicht in den Anlage-Strategien der Sparkasse Bremen.
Selbst die (noch) staatseigene West LB kommentiere die aktuelle Situation in Deutschland so: "Vor allem ist ein echter Wille, die wirklich notwendigen Reformen durchzuführen, nicht erkennbar". Das Problem des deutschen Aktienmarktes sei zudem die starke Abhängigkeit von den kapitalstarken ausländischen institutionellen Anlegern. Vor diesem Hintergrund sei auch die schlechte Performance deutscher Aktien im Vergleich zu anderen europäischen Ländern (z.B. Großbritannien und Schweiz) zu erklären.
Vom technischen Standpunkt habe sich die Lage entspannt. Eine "Bewertungsnormalisierung" auf ein DAX-Niveau von 4.000 Punkten könnte sehr schnell stattfinden. Eine richtige Entwarnung könne jedoch erst bei einem nachhaltigen Durchbruch des seit März 2000 intakten Abwärtstrends gegeben werden. Eine weitere Orientierungsmarke liefere die bei 4.353 DAX Punkten laufende 200-Tage-Linie. Erst bei einem nachhaltigen Durchbruch dieser Marke (Faustformel 10% darüber bei 4.800) könne man die Börsenampeln auf "grün" stellen.
Unterstützung erfahre der Markt vom nachlassenden Verkaufsdruck vieler institutioneller Anleger. Der Mittelzufluss in Aktienfonds halte sich derzeit zwar in Grenzen, umgekehrt seien die Fonds nicht zum Verkauf bestehender Aktienpositionen gezwungen. Das Argument, der Kursanstieg der letzten Woche sei den Hedge-Fonds (Kauf von Aktien, die zuvor leer d.h. ohne sie zu besitzen verkauft worden seien) zu verdanken, halte man nicht für grundsätzlich falsch, weise jedoch auf die Überbewertung des Anlagemediums Hedge-Fonds hin. Je nach Anlegermentalität seien derzeit unterschiedliche Anlage-Strategien von Nöten. Während chancenorientierte Anleger erste Positionen aufbauen könnten, sollten wachstumsorientierte Kunden ihr Pulver noch trocken halten und nur ausgesuchte Werte wie z.B. Unilever kaufen.
Die steuerpolitischen Maßnahmen der neu gewählten Bundesregierung würden sowohl bei unabhängigen Wirtschaftsexperten als auch in den deutschen Konzernzentralen die Alarmglocken schrillen lassen. Kein Unternehmen denke zwar unmittelbar über die Verlagerung des steuerlich relevanten Unternehmenssitzes ins Ausland nach, viele Unternehmen zeigten sich in dieser Thematik bei Nachfragen jedoch ausgesprochen zugeknöpft. Ein klares Bekenntnis zum Standort Deutschland sehe anders aus.
Selbst die (noch) staatseigene West LB kommentiere die aktuelle Situation in Deutschland so: "Vor allem ist ein echter Wille, die wirklich notwendigen Reformen durchzuführen, nicht erkennbar". Das Problem des deutschen Aktienmarktes sei zudem die starke Abhängigkeit von den kapitalstarken ausländischen institutionellen Anlegern. Vor diesem Hintergrund sei auch die schlechte Performance deutscher Aktien im Vergleich zu anderen europäischen Ländern (z.B. Großbritannien und Schweiz) zu erklären.
Vom technischen Standpunkt habe sich die Lage entspannt. Eine "Bewertungsnormalisierung" auf ein DAX-Niveau von 4.000 Punkten könnte sehr schnell stattfinden. Eine richtige Entwarnung könne jedoch erst bei einem nachhaltigen Durchbruch des seit März 2000 intakten Abwärtstrends gegeben werden. Eine weitere Orientierungsmarke liefere die bei 4.353 DAX Punkten laufende 200-Tage-Linie. Erst bei einem nachhaltigen Durchbruch dieser Marke (Faustformel 10% darüber bei 4.800) könne man die Börsenampeln auf "grün" stellen.
Unterstützung erfahre der Markt vom nachlassenden Verkaufsdruck vieler institutioneller Anleger. Der Mittelzufluss in Aktienfonds halte sich derzeit zwar in Grenzen, umgekehrt seien die Fonds nicht zum Verkauf bestehender Aktienpositionen gezwungen. Das Argument, der Kursanstieg der letzten Woche sei den Hedge-Fonds (Kauf von Aktien, die zuvor leer d.h. ohne sie zu besitzen verkauft worden seien) zu verdanken, halte man nicht für grundsätzlich falsch, weise jedoch auf die Überbewertung des Anlagemediums Hedge-Fonds hin. Je nach Anlegermentalität seien derzeit unterschiedliche Anlage-Strategien von Nöten. Während chancenorientierte Anleger erste Positionen aufbauen könnten, sollten wachstumsorientierte Kunden ihr Pulver noch trocken halten und nur ausgesuchte Werte wie z.B. Unilever kaufen.
