Degussa untergewichten
26.08.98 00:00
BNP
Die Analysten der Banque Nationale de Paris raten dem Anleger derzeit von einem Engagement in Aktien der Degussa AG (WKN 551 200) ab. Angesichts der Klage von Holocaust-Überlebenden gegen den Konzern berge die Degussa-Aktie gegenwärtig ein zu hohes Risiko. Die Kläger würden dem Unternehmen vorwerfen, im Dritten Reich das Zahngold von KZ-Opfern eingeschmolzen zu haben. Als Entschädigung werde das gesamte Vermögen des Konzerns gefordert. Anderen Gerüchten zufolge würden die Kläger eine Schadensersatzforderung von rund vier Mrd. DM gegen die Degussa AG vorbringen. Bislang sei jedoch noch nicht einmal eine Klage eingereicht worden. Die Forderungen nach Übereignung des Unternehmens an die Opfer halte man zwar für zu hoch. Auch den jüngsten Kursverlust bei dem Chemiewert halte man für übertrieben, da noch nichts bekannt oder entschieden sei. Die Unternehmensführung habe jedoch bereits zu Beginn des Jahres gezeigt, daß man rechtmäßige Ansprüche aus den Vereinigten Staaten befriedige. Zu Jahresbeginn habe man ehemalige Zwangsarbeiter aus Osteuropa entschädigt. Dennoch schließe man eine weiter Belastung des Aktienkurses nicht aus. Erfahrungen mit ähnlichen Klagen hätten gezeigt, daß der Aktienkurs des beklagten Unternehmens bis zur Beilegung des Rechtsstreites unter Druck bleiben könne.
