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So, 19. April 2026, 17:31 Uhr

DAX

WKN: 846900 / ISIN: DE0008469008

DAX Osterruhe ist vorbei


11.04.02 17:02
Gontard & MetallBank

Die Osterruhe scheint nun endgültig passe zu sein, denn diese Woche luden vier der 30 DAX-Unternehmen zur Bilanzpressekonferenz ein und zusätzlich standen die Hauptversammlungen von Daimler-Chrysler und Schering auf dem Programm, berichten die Analysten der Gontard & MetallBank.

Bei diesen Terminen sollten genügend kursbeeinflussende Nachrichten abfallen um den DAX auf Trab zu bringen, nachdem er in den letzten vier Wochen mit abnehmender Dynamik in eine Seitwärtstendenz zwischen 5230 und 5470 Punkten gefallen sei. Und so sei es dann auch gekommen. Die amerikanischen Börsen hätten am Mittwoch stolze 1,7 % zugelegt und so könnte es nach diesem verheisungsvollen Tag für die Börsianer eigentlich auch weitergehen. Doch viel Hoffnungen auf eine echte Börsenrally gebe es nicht. Die Daxwerte seien zwar heute mit leichten Zugewinnen in den Handel gestartet, doch an der 5.300 Punkte-Hürde dürfte dem DAX die Puste ausgehen und wieder Gewinnmitnahmen einsetzen.

Besonderes Interesse gelte der Deutschen Telekom, die offenbar einen neuen Anlauf zum Verkauf ihres TV-Kabelnetzes starte und derzeit mit potenziellen Bietern spreche. Wahrscheinlich werde das Netz an mehrere Interessenten verkauft. Die Gerüchte stützten den Kurs und so sei der Kurs zeitweise auf Euro 16,58. Obwohl nicht mit einem schnellen Abschluss zu rechnen sei, sollte die Suche nach einem Bieter dem Kurs weiterhin Schwung verleihen.

Die Titel des Automobilkonzern Daimler-Chrysler seien am Tag nach der Hauptversammlung um Euro 0,31 gefallen, allerdings sei dafür auch der Dividenendenabschlag von Euro 1,00 verantwortlich. Ob es wirklich zu der von Daimler-Chrysler Chef Jürgen Schrempp angedachten Aufstockung des 37% Anteils an Mitsubishi kommen werde, stehe noch in den Sternen. Die Kooperationen zwischen den beiden Konzernen werde momentan enger und dieses Bündnis könnte beiden Autobauern langfristig Vorteile bringen, die sich auch auf den Aktienkurs positiv auswirken könnten. Das wäre auch langsam mal an der Zeit, den die Aktionäre hätten auf der Hauptversammlung oftmals den schlechten Aktienkurs b und die gekürzte Dividende beklagt und hätten den Verkauf von Chrysler gefordert. Ob es Schrempp gelinge "seinen" Konzern auf Platz 1 der Automobilindustrie zu führen, bleibe weiterhin ein schwieriges Ziel.

Die Kirch-Krise halte die Banken weiterhin in Atem. Das Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen prüfe, ob die Gläubigerbanken des Medienkonzern zusätzliche Risikovorsorge bilden müssen. Davon wären die Commerzbank, die DZ Bank und teilweise die Hypovereinsbank betroffen , die die Kredite mit KirchMedias Filmbibliothek besichert haben. Diese Sonderprüfung werde nicht unbelastet am Kurs der Bankenaktien vorbeigehen.

Dem Neuen Markt gehe momentan ein wenig die Phantasie aus. Bei sehr schwachen Umsätzen habe sich der Nemax50 nicht von der Nasdaq abkoppeln können und sei so den Vorgaben aus den Staaten gefolgt und sei nach einer Berg- und Talfahrt leicht im Plus gelandet. Einer der Tagesgewinner seien MobilCom gewesen, die um 11,5 % auf Euro 14,95 zulegten. Die dafür verantwortlichen Spekulationen, daß France Telekom den MobilCom-Aktionären ein Übernahmeangebot für die Aktien aus dem frühern Besitz von Gründer Schmidt machen müsse, sei jedoch dementiert worden. Es werde auf eine Prämie spekuliert, die im Bereich von etwa 22 Euro liegen könnte.

Größter Tagesverlierer sei ComRoad mit Verlusten von 48,6 % auf 0,37 Euro gewesen. Das Unternehmen räume nach einer Sonderprüfung inzwischen ein, daß angebliche Vertragspartner teilweise nicht existieren. Der Telematik-Ausrüster könne nur 1,4 % seiner Erlöse belegen. Mal wieder ein schwarzes Schaf am Neuen Markt und die Verunsicherung der Anleger bleibe weiterhin erhalten.

Aus den Staaten würden heute wieder die Arbeitslosenzahlen, sowie die US Export- und Importpreise vermedlet. Es würden keine besonderen Ausschläge erwartet, vielmehr richte sich der Blickwinkel auf nächste Woche, wo wieder eine Flut von Unternehmensnachrichten erwartet werde und die Börsianer dies nervös beobachten. Es bleibe demnach auch in Deutschland spannend, wo der DAX am Ende nächster Woche stehen werde.





 
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