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Fr, 17. April 2026, 11:20 Uhr

TRACOM HOLDING AG

WKN: 544940 / ISIN: DE0005449409

ComRoad Perle im Sonderangebot?


19.04.01 00:00
fnet.de Research

Die Analysten von fnet.de Research berichten, das sie sich die Aktien von ComRoad (WKN 544940) aus aktuellem Anlass einmal näher angesehen haben.

Bekanntlich würden Kontra-Strategen immer dann besonders aufmerksam, wenn die Nachrichtenlage um eine Firma die schlimmsten Befürchtungen für die Zukunft erwarten lasse. An Unternehmen, die dieses Kontra-Kriterium erfüllen, herrsche derzeit wahrlich kein Mangel. Prominentestes Beispiel aus dem Neuen Markt sei das Münchner Unternehmen Comroad. Die Gesellschaft entwickele und vertreibe weltweit einsetzbare Verkehrstelematik-Anwendungen. Die Produkte würden neben einer umfassenden Telematik-Lösung u.a. Kommunikations-, Informations- und künftig auch Unterhaltungs-Anwendungen für den mobilen Einsatz beispielsweise im Auto beinhalten. Noch vor Kurzem habe die Gesellschaft als echte Perle unter den deutschen Wachstumswerten gegolten.

Doch aktuell wehe Comroad ein eiskalter Wind ins Gesicht, die Firma könne sich vor schlechten Nachrichten kaum noch retten. Von Lug und Trug sei die Rede. Der Kurs sei seit Wochen auf Talfahrt. Mehr als 80 Prozent Verlust hätten sich Anleger eingehandelt, die zum Höchstkurs im Sommer vergangenen Jahres eingestiegen seien.

Im Moment sei die Lage äußerst verfahren. Es hagele Herabstufungen. Nachdem sich die Analysten bis vor Kurzem noch mit positiven Kommentaren überschlagen hätten, werde das Papier inzwischen gemieden wie die Pest. Kein einziger der hochbezahlten Experten empfehle die Comroad-Aktien derzeit zum Kauf. Für die Analysten von fnet.de Research Grund genug, die Lage einmal aus antizyklischer Sicht zu betrachten. Die Frage laute nun, ob Kontra-Strategen die Firma genauer unter die Lupe nehmen sollten.

Unter Berufung auf "informierte Kreise" hätten die Redakteure des Platow-Börsenbriefes dem Unternehmen vorgeworfen, seine Umsatzplanungen auf der Grundlage "nicht seriöser Geschäftsbeziehungen" zu erstellen. Angeblich sollten Kunden der Firma eine utopisch hohe Menge an den von Comroad vertriebenen Telematik-Einheiten abnehmen, damit die Planzahlen erreicht werden könnten. Dabei habe der britische Partner Skynet Telematics seit Jahresbeginn lediglich 150 der geplanten 8000 Geräte verkauft.

Nach eigenen Angaben wolle Comroad in diesem Jahr sogar 15000 Einheiten liefern, so die "Platow Börse". Beim spanischen Kooperationspartner Idea-Lab sollten nach "Vermutungen von Insidern" nur 20 Geräte verkauft worden sein. Comroad plane jedoch den Absatz von 30.000 Telematik-Einheiten, mithin fast 20 Prozent des geplanten Umsatzes. So weit so schlecht. Kenner der Materie würde die Sachlage fatal an die Vorgänge beim Sturzflieger Metabox vor einigen Monaten erinnern.

In einer bekannten TV-Börsensendung habe Vorstandsvorsitzender Bodo Schnabel am Dienstagabend natürlich nichts Eiligeres zu tun gehabt, als die Vorwürfe zu dementieren. Wem solle man nun glauben? Im Zweifellsfalle keinem von beiden. Weder Unternehmensvorstand Schnabel noch die Platow-Börse hätten sachliche, klar nachvollziehbare Argumente liefern können. Mit den "informierten Kreisen", die von den Platow-Schreibern zitiert würden, sei das nämlich immer so eine Sache. Derartige Äußerungen hätten stets einen faden Beigeschmack und würden die Analysten fatal an unseriösen Boulevard-Journalismus erinnern. Aber das sei natürlich Ansichtssache.

Dass Unternehmenslenker nicht müde würden, derartige Anschuldigungen zurückzuweisen sei keine Überraschung. Zahlreiche Beispiele würden jedoch belegen, dass Anleger den Worten aus den Vorstandsetagen höchst misstrauisch lauschen sollten. Hier würden die Zwischentöne oft mehr verraten, als die eigentliche Nachricht. Die Erklärung des Vorstandsvorsitzenden habe zumindest im TV-Telefoninterview durchaus halbherzig geklungen.

Der Umsatz für das erste Quartal des laufenden Geschäftsjahres sei auf 14,4 Millionen Euro geklettert, ein Zuwachs von stolzen 200 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Damit seien sogar die erst am 16. März angehobenen Planzahlen von 14,2 Millionen Euro übertroffen worden. Für das Gesamtjahr rechne das Management mit einem Umsatz von 95 Millionen Euro (Vorjahr: 43,8 Millionen). Der Gewinn solle danach bei 21 Millionen Euro liegen, nach 9,2 Millionen im Vorjahr. Ein stolzes Zahlenwerk, fürwahr. Inwieweit die Prognosen jedoch Schall und Rauch seien, müsse sich erst noch herausstellen.

Möglicherweise seien hohe Lagerbestände die Ursache für die günstige "Geschäftsentwicklung" habe die Tageszeitung "Die Welt" kürzlich gemutmaßt. Als fatal könnte sich auch erweisen, dass BMW und Motorola angekündigt hätten, das Geschäftsfeld der Münchner künftig im Rahmen einer Kooperation gemeinsam beackern zu wollen. Harte Zeiten für Comroad. Mit einem Kurs-Umsatz-Verhältnis von vier und einem Kurs-Buchwert-Verhältnis von etwa acht sei das Papier trotz des dramatischen Ausverkaufs leider immer noch kein Schnäppchen. Lediglich das Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Basis der Schätzungen für 2002 könne mit etwa zehn als moderat eingestuft werden. Wenigstens die finanzielle Grundlage scheine recht solide zu sein.

Zum Jahresende 2000 habe das Unternehmen über liquide Mittel von mehr als 50 Millionen Euro verfügt, dazu seien Wertpapiere im Wert von knapp 16 Millionen Euro gekommen. Aus fundamentaler Sicht sei das Papier für die Analysten dennoch kein Kauf. Zu guter Letzt stelle sich die Frage, ob dann möglicherweise ein kurzfristiges Trading-Engagement angebracht wäre. Dagegen spreche jedoch folgender Sachverhalt. Nach aller Erfahrung erweise es sich immer wieder als höchst unvorteilhaft, kurzfristige Anlagen bei Unternehmen einzugehen, die im Ruf stehen würden, unsaubere Geschäfte zu praktizieren. Der bloße Verdacht alleine genüge häufig, um eine Firma bei den institutionellen Großanlegern für Monate, wenn nicht Jahre, in Misskredit zu bringen.

Und nichts sei ärgerlicher, als eine "Leiche" im Depot zu haben, natürlich im Verlust notierend, die irgendwann niemand mehr haben wolle. Trader sollten daher stets Papiere auswählen, die sich im Zweifelsfalle auch für ein langfristiges Engagement eignen würden. Gehe der "Zock" schief, was ja häufig genug der Fall sei, lasse man die Aktien eben liegen und warte geduldig ab. Diese Voraussetzung erfülle Comroad bei der momentanen Sachlage leider keineswegs.

Schlechte Nachrichten würden noch lange kein antizyklisches Investment machen. Selbst nach einer Bodenbildung, von der im Moment weit und breit nichts zu sehen sei, würden die Analysten das Papier nicht kaufen. Kontra-Strategen sollten sich woanders umsehen.





 
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