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Fr, 17. April 2026, 14:08 Uhr

Brasiliens Börse günstig bewertet


16.12.04 09:04
Sparkasse Essen

Brasilien bietet mehr als nur Samba, heiße Rhythmen und Karneval in Rio, so die Analysten der Sparkasse Essen.

Vielmehr würden Kapitalanleger Brasilien zu den wachstumsstärksten Volkswirtschaften dieser Welt, den sog. BRIC-Staaten, zählen. Die Abkürzung bestehe dabei aus den Anfangsbuchstaben der Staaten Brasilien, Russland, Indien und China. Nachdem Brasilien lange Zeit eher ein Geheimtipp für Anleger gewesen sei, werde der Markt jetzt zunehmend von den westlichen Investoren entdeckt. Der Aktienmarkt sei zwar bereits seit zwei Jahren angesprungen, biete aber immer noch eine günstige Bewertung und ausreichend Perspektive für risikobereite Anleger.

Brasilien sei der größte und mit 174 Mio. Einwohnern bevölkerungsreichste Staat in Südamerika. Entgegen den ursprünglichen Erwartungen vieler Investoren treibe Staatspräsident "Lula" da Silva, Sozialist und ehemaliger Gewerkschaftsführer, die Wirtschaftsreformen seines Vorgängers Cardoso zügig voran. Mehrere Zinssenkungen und die Renaissance der Rohstoffe hätten für eine Aufbruchstimmung gesorgt. Der Boom in China habe für volle Auftragsbücher in der Stahlwirtschaft und im Agrarsektor gesorgt. Dabei sei die Bevölkerungsstruktur im Gegensatz zu der der westlichen Industriestaaten gesund, rund 2/3 der Bevölkerung befänden sich im arbeitsfähigen Alter. Das Durchschnittalter liege bei 27,4 Jahren. Brasilien verfüge über gut entwickelte Sektoren (Landwirtschaft, Bergbau, Produktion) auf der einen und günstige Arbeitskräfte auf der anderen Seite.

Brasilien bleibe dennoch ein Engagement für risikobereite Anleger: Die noch hohe Inflation, hohe Auslandsschulden, Gesundheitsreform, Rentensystem, Infrastruktur und die Kluft zwischen Arm und Reich würden Risikofaktoren bleiben, die immer wieder zu Rückschlägen an den Aktienmärkten führen könnten.

Die Bewertung des Aktienmarktes sei trotz der jüngsten Kurssteigerungen immer noch attraktiv. Die Kurs-Buchwert-Verhältnisse der Unternehmen und Kurs-Gewinn-Verhältnisse (prognostiziert 6,1 auf Jahressicht) seien unterdurchschnittlich, die Eigenkapitalverzinsung und Dividendenrendite (Prognose 4,4%) seien dagegen überdurchschnittlich.