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Fr, 17. April 2026, 14:58 Uhr

Börsenstimmung aufgehellt


17.08.00 00:00
LB Schleswig-Holstein

Die Stimmung an der deutschen Börse habe sich gegenüber der Vorwoche wieder merklich aufgehellt. Unterstützt von guten Unternehmenszahlen und einer Erholung der Technologiewerte in den USA habe der DAX wieder bis 7.400 Punkte klettern können. Die derzeit meistgestellte Frage sei demzufolge auch, ob die sommerliche Tristesse jetzt doch noch in eine verspätete Sommerrallye münden werde.

Man halte die aufkommende Euphorie zwar für etwas verfrüht, sehe aber spätestens für den Herbst einen Ausbruch aus der DAX-Trading-Range zwischen 7.000 und 7.500 Punkten. Bis dahin könnten vor allem die noch im August anstehenden Sitzungen der Zentralbanken in Amerika und Europa für Unsicherheit sorgen.

Während in den USA eine "finale" Zinserhöhung vor dem Präsidentschaftswahlkampf von allen Seiten erwartet werde, sei vor allem das weitere Vorgehen der EZB ein Belastungsfaktor für den Markt. Viele Beobachter erwarten von den europäischen Währungshütern nach den sehr guten europäischen Konjunkturzahlen ebenfalls einen weiteren Zinsschritt.

Man rate daher weiter dazu, in den nächsten Wochen schwächelnde Kurse zu Aufstockungen oder zum Aufbau von Positionen in deutschen und europäischen Blue-Chips zu nutzen.

Die Favoriten sind dabei u.a. nach wie vor die gestürzten Mobilfunkanbieter Ericsson und Nokia sowie der Energieversorger E.ON. Bei den Titeln aus der zweiten und dritten Reihe weise man noch einmal die Empfehlung Sartorius Vorzüge hin.

Von der positiven Börsenstimmung nicht profitieren können habe zuletzt die Deutsche Telekom. Der Grund der eher schwachen Performance sei in der mit kritischen Blicken der Investoren beobachteten Versteigerung der UMTS-Lizenzen zu suchen. Schließlich müsse neben den Lizenzgebühren in den verschiedenen Ländern auch noch der Aufbau der Infrastruktur für die neuen Netze bezahlt werden, was weitere Milliardeninvestitionen nach sich ziehen werde.

Zwei Mitbewerber hätten bereits ihre Konsequenzen aus den hohen Preisen gezogen. Während sich Debitel aus der Versteigerung zurückgezogen habe, habe E.ON mit der British Telecom eine Option vereinbart, nach der E.ON seine Beteiligung an VIAG Interkom für 6,6 Mrd. EUR an die Briten verkaufen könne.

Hier sei man offensichtlich nicht bereit, die hohen Anlaufkosten für die UMTS-Netze zu zahlen, zumal der Konzern sich auf seine Kerngeschäftsfelder Energie und Chemie konzentrieren wolle.