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Sa, 18. April 2026, 7:10 Uhr

Bilfinger SE

WKN: 590900 / ISIN: DE0005909006

Bilfinger Berger kaufen


05.09.02 09:02
Sparkasse Essen

Die Analysten der Sparkasse Essen bewerten die Aktie von Bilfinger Berger (WKN 590900) mit dem Rating "kaufen".

Die Bilfinger Berger AG sei in allen Bereichen des Bauens engagiert. Neben dem Kerngeschäft, der Bautätigkeit im Inland, verfolge sie immer mehr auch die Ausweitung des Geschäftsfeldes von Entwicklung, Planung und Finanzierung über die betriebsfertige Erstellung bis hin zur Instandhaltung und den Betrieb. Zur Erreichung dieser Ziele - vor allem auch im internationalen Raum - seien mehrere Beteiligungsgesellschaften gegründet worden. Für den Bereich Wirtschaftsbau und öffentlicher Bau, die das Hauptsegment darstellen würden, stehe die Bilfinger Berger Projektentwicklung GmbH.

Auf Betreibermodelle für die Bereiche Verkehrsinfrastruktur und öffentlicher Hochbau habe sich die Bilfinger Berger BOT GmbH spezialisiert. Für den Bereich Umwelttechnik seien die Gesellschaften Bilfinger Berger Umwelt GmbH (Sanierung von Böden und Gewässern), die GKW Plan GmbH (Engineering) und die Passavant-Rodiger Umwelttechnik GmbH (Ausrüstung für Wasser- und Abwasseranlagen) verantwortlich.

Auch auf internationaler Ebene, die mehr als die Hälfte der Gesamtleistung ausmache, sei die Bilfinger Berger AG über zahlreiche Beteiligungsgesellschaften vertreten. Trotz der eher schwachen konjunkturellen Rahmenbedingungen im Baugewerbe in Deutschland im Jahr 2001 habe die Bilfinger Berger AG ihr Gesamtergebnis verbessern können. Sowohl die Gesamtleistung sei um 4% zum Jahr 2000 auf 4,607 Mrd. Euro gestiegen, als auch der Auftragseingang und -bestand habe sich um 2% erhöht. Zwar sei das Geschäft im ersten Halbjahr 2002 rückläufig gewesen, jedoch sei die Prognose für das Gesamtjahr erhöht worden. Man rechne mit einem weiteren Anstieg des Konzernergebnisses von 52,4 Mio. Euro (2001) auf rund 60 Mio. Euro (2002), da nicht zuletzt auch steigende Auftragseingänge im ersten Halbjahr zu verzeichnen seien.

Durch die aktuell hervorgerufene Sonderkonjunktur in Ostdeutschland aufgrund der Flutkatastrophe, die in den vorbenannten Prognosen noch nicht berücksichtigt worden sei, scheine ein zusätzlicher Anstieg der Auftragslage und damit eine zusätzliche Verbesserung des Konzernergebnisses möglich. Das Unternehmen dürfte von Infrastrukturmaßnahmen (Brücken, Dämme, Tunnel) profitieren, keine Aktivitäten seien dagegen im Häuserbau bzw. Straßen- und Schienenverkehr vorhanden. Allerdings würden die Bäume durch die zusätzlichen Aktivitäten nicht in den Himmel wachsen. So würden die Analysten der UBS Warburg die zusätzlichen Erlöse bei Bilfinger auf höchstens 5 Prozent in den Jahren 2003-05 geschätzt.

Auch in der volkswirtschaftlichen Betrachtung sei etwas Vorsicht angebracht. So sei fraglich, ob durch den Wiederaufbau bereits eine Trendwende in der lahmenden deutschen Baukonjunktur eingeläutet werde. Die deutsche Baubranche habe zuletzt noch die Umsatzerwartung für dieses Jahr deutlich gesenkt und rechne nun mit einem Rückgang von 5% statt 2,5%. Die Flutkatastrophe führe tendenziell nur zu einer regionalen Sonderkonjunktur in Sachsen und Sachsen-Anhalt.

Zudem sei als negativ die Unterbrechung der Arbeit auf den Baustellen mitten im Sommer anzusehen - einer der produktivsten Perioden für die Bauwirtschaft überhaupt. Außerdem habe das Hochwasser ebenfalls viele Wasserschäden auf den Baustellen angerichtet und möglicherweise würden auch Infrastrukturprojekte aus dem Westen verschoben, um den Aufbau in den überschwemmten Gebieten zu finanzieren. Bilfinger habe laut Konzern-GuV in 2001 40,7% seiner Umsatzerlöse im Inland erzielt.

Um die Finanzierung der erforderlichen Mittel habe es in Zeiten des Wahlkampfes zuletzt ein lautes Säbelrasseln gegeben. Die Aussetzung der Steuerreform im nächsten Jahr zur Finanzierung der Flutkatastrophe sowie die leichte Erhöhung der Körperschaftssteuer um 1,5% habe die Frage nach den ökonomischen Auswirkungen aufgeworfen. Insgesamt sehe man ein Nullsummenspiel. So habe die Verschiebung eine Verringerung der verfügbaren Einkommen um etwa 0,5% zur Folge. Auf der anderen Seite würden die Hilfsmittel direkt an die privaten Haushalte zurückfließen und würden für konsumtive Zwecke genutzt. Die WestLB schätze den Rückgang des privaten Konsums in 2003 nur auf 0,25%. Dieser negative Effekt werde jedoch vollständig ausgeglichen durch zusätzliche Bauinvestitionen.

Bilfinger halte einen Anteil von 30% an Buderus, die ebenfalls zu den mutmaßlichen Profiteuren der Flutkatastrophe gehörten. Dieser Anteil entspreche einer Marktkapitalisierung von 421,5 Mio. Euro. Nehme man aus der Konzernbilanz 2001 die liquiden Mittel von 420,8 Mio. Euro, sei die Kapitalisierung von Bilfinger bereits durch diese beiden Positionen gedeckt. Der Wert der Bau- und Facility Management-Aktivitäten werde somit nur ungenügend reflektiert. Allerdings stelle sich die Situation im Baugewerbe als bekanntermaßen schwierig dar. Bilfinger stelle nach Erachten der Analysten aber noch einen der solideren Bauwerte dar.

Die Aktie der Bilfinger Berger AG habe sich seit den Tiefstständen von Anfang August 2002 in einem steilen Aufwärtstrend befunden. Den letzten Schub verdanke der Aktienkurs den Spekulationen über mögliche zusätzliche Aufträge in den Neuen Bundesländern. In einer kurzfristigen Euphorie sei sogar schon ein Kurs von 23,40 Euro erreicht worden, der allerdings noch nicht habe beibehalten werden können. Technisch würden die 22 Euro jetzt eine Widerstandslinie bilden. Erst wenn diese Linie genommen werde, bestehe technisch Potenzial bis rund 27 Euro. Aktuell bewege sich der Kurs auf der darunter liegenden Unterstützungslinie.

Die Bilfinger Berger AG verfolge weiter das Ziel der Ausweitung vielfältiger Dienstleistungen zu einer Multi Service Gruppe. Von der Planung bis hin zum Betrieb von Immobilien und Infrastruktur erweitere sie ihr Angebotsspektrum rund um das Kerngeschäft Hoch- und Ingenieurbau. Ein weiterer Schritt auf diesem Wege sei nicht zuletzt die Übernahme der J. Wolfferts GmbH zu Anfang des laufenden Geschäftsjahres gewesen, die zu den wenigen Full-Service Anbietern in der Gebäudetechnik in Deutschland gehöre. Auch die Übernahme der Holzmann-Tochter HSG im laufenden Monat August passe in das Umfeld.

Durch die aktuelle Hochwasserkatastrophe könne sich die Auftragslage im Inland weiter verbessern, da die Bilfinger Berger Unternehmensgruppe neben Hochtief den zweitgrößten Baukonzern Deutschlands bilde. Allerdings sei zu beachten, dass Bilfinger weder im Haus- noch im Straßenbau tätig sei und nur von Infrastrukturmaßnahmen wie den Bau von Brücken, Tunneln und Dämmen profitieren könne. Die Analysten von UBS Warburg würden die zusätzlichen Erlöse aus der Flutkatastrophe auf höchstens 5 Prozent (2003-05) berechnen. Die Bäume würden somit nicht in den Himmel wachsen, eine Kursberuhigung nach dem jüngsten Kurssprung könne für ein mittelfristiges Engagement aber dennoch zum Einstieg genutzt werden. Bilfinger gehöre zu den solideren Bauwerten.

Demnach lautet die Anlageempfehlung der Analysten der Sparkasse Essen für die Aktie von Bilfinger Berger "kaufen".





 
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