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Sa, 18. April 2026, 7:48 Uhr

Aktienmarkt in Krisenstimmung


28.06.11 12:04
Bank Sarasin & Cie AG

Basel (aktiencheck.de AG) - Neben der Euro-Krise, die in den letzten Wochen vor allem den Finanzsektor erneut durchschüttelte, machen auch die schwachen US-Wirtschaftsdaten die Anleger nervös, so Philipp E. Bärtschi, Chefstratege bei der Bank Sarasin & Cie AG.

Nachdem die wichtigsten Indikatoren bereits im Mai enttäuscht hätten, würden die Daten für Juni kaum Hoffnung auf eine Besserung lassen. Da die Markterwartungen noch zu positiv seien, komme es weiterhin zu negativen Überraschungen. Der Citigroup Economic Surprise Index (CESI) für die USA, welcher die Anzahl der positiven oder negativen Makro-Überraschungen widerspiegele, sei auf das tiefste Niveau seit dem ersten Quartal 2009 gefallen. Signalisiere der CESI also weitere Rückschlagsgefahr oder deute das tiefe Niveau des CESI vielmehr auf eine bevorstehende Markterholung hin?

Die Bank Sarasin habe den Zusammenhangs zwischen dem CESI und dem S&P 500 (ISIN US78378X1072/ WKN A0AET0) von 2003 bis 2010 analysiert und festgestellt, dass die zukünftige Aktienperformance desto besser sei, je tiefer das Niveau des CESI sei. Das aktuell sehr negative Niveau des Index signalisiere sowohl kurz- wie auch mittelfristig eine überdurchschnittliche Performance. Weiter sei geprüft worden, ob die von von der Bank Sarasin regelmäßig betrachteten Marktstimmungsindikatoren die positive Aussage der CESI-Analyse unterstützen würden. Vier von sechs Indikatoren hätten per Mitte Juni ein Kaufsignal gegeben und würden ebenfalls signalisieren, dass eine kurzfristige Aktienrally möglich sei.

Da die kurzfristigen Marktstimmungsindikatoren aber schnell drehen könnten, lohne sich auch ein Blick auf die mittelfristigen Indikatoren, um einzuschätzen, wie die Anleger tatsächlich positioniert seien. Die jüngste Umfrage von Bank of America Merrill Lynch (ISIN US0605051046/ WKN 858388) bei globalen Vermögensverwaltern zeige, dass diese ihre Übergewichtung von Aktien im zweiten Quartal reduziert hätten. Die Netto-Übergewichtung liege nun im langfristigen historischen Durchschnitt, sei aber deutlich über der Gewichtung nach dem letzten Sommercrash. Der Optimismus der Anleger sei zwar gedämpft, aber nicht gebrochen. Anders ausgedrückt: Die Anleger hätten den Glauben an Aktien noch nicht verloren.

Meist sei es nicht sinnvoll, in einer Korrektur Aktien zu verkaufen. Sowohl die CESI-Analyse wie auch die taktischen Indikatoren würden auf eine kurzfristige Erholung schließen lassen. Aufgrund der Makrolage seien die Anleger aber zu recht pessimistisch und dürften in einer Erholung weiter Aktien abstoßen. Das Risiko bestehe und sei nicht unerheblich, dass sich die globale Wirtschaft nur schwach oder gar nicht von der aktuellen Delle erholen werde. Die Bank Sarasin denke daher, dass die Abwärtsrisiken für Aktien im Sommer hoch bleiben würden. Eine schwache Marktperformance spreche weiterhin für defensive Aktien mit vernünftiger Bewertung und hohem Dividendenpotenzial. Diese seien vor allem im Energiebereich sowie im Verbrauchsgüter- und Telekomsektor zu finden. (28.06.2011/ac/a/m)





 
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