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Sa, 18. April 2026, 9:36 Uhr

Aktienmärkte Lage weiter angespannt


10.02.03 14:21
Frankfurter Sparkasse

Die Lage an den weltweiten Aktienmärkten bleibt weiterhin ziemlich angespannt, berichten die Analysten der Frankfurter Sparkasse.

Auch nach der von US-Außenminister Colin Powell vor dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen gehaltenen Rede zum weiteren Vorgehen der USA gegen den Irak habe sich die Unsicherheit bei den Investoren nicht gelöst. Die vorgelegten "Beweise" ließen einen Krieg gegen den Irak immer wahrscheinlicher werden. Nichtsdestotrotz hätten die Aktienmärkte auf die Rede nicht mehr mit neuen Tiefständen reagiert. Doch sollte dies nicht überinterpretiert werden, schließlich würden genügend Risiken bestehen bleiben. Solange sich hier keine klare Lösung andeute, sei es schwer vorstellbar, dass sich ein neuer Aufwärtstrend etabliere, vielmehr würden die Märkte erst einmal weiter gefährdet bleiben, denn weitreichende ungünstige Folgen für die Weltwirtschaft seien nicht ausgeschlossen.

Es bleibe somit genau zu verfolgen, inwiefern die einzelnen Aktienmärkte ihre Bodenbildungsversuche erfolgreich vollziehen würden. So sei gerade bei einer möglichen Eskalation des Konflikts ein Testen und/oder Unterschreiten der im letzten Jahr erreichten Jahrestiefststände in den Indizes (im DAX würden sie bei rund 2.500 Punkten liegen) nicht auszuschließen. Andererseits dürfte sich bei schnellen Erfolgsmeldungen eine kräftige Aufwärtsbewegung an den Märkten einstellen. Widersprüchliche Signale kämen aber auch zur Konjunkturlage. Während in den USA die Auftragseingänge im Dezember um 0,4% gegenüber dem Vormonat hätten zulegen können und damit über den Erwartungen gelegen hätten, seien die Auftragseingänge der deutschen Industrie nach den vorläufigen Zahlen des Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit um 4,1% eingebrochen. Noch deutlich rückläufiger seien z. B. die Bestellungen aus dem Ausland gewesen.

Dies richte den Blick auch auf einen weiteren Unsicherheitsfaktor mit der tendenziellen Eurostärke, die sich für exportorientierte Unternehmen zunehmend als Belastung erweise. Zwar seien aufgrund der überverkauften Lage jederzeit weitere Gegenbewegungen in den führenden Indizes möglich, doch würden die Unwägbarkeiten erst einmal hoch bleiben. Sehr risikoorientierten und mindestens mittelfristig planenden Anlegern würden sich aber an schwachen Tagen gute Chancen bieten, einen Teil ihrer Liquiditätsreserve zur Mittelbindung in niedrig bewerteten Blue Chips einzusetzen.