Aegon kaufen
26.07.02 09:17
Sparkasse Essen
Die Analysten der Sparkasse Essen raten die Aktien von Aegon (WKN 858185) zu kaufen.
Die niederländische Aegon N.V. gehöre zu den zehn größten Versicherungskonzernen in der Welt. Dabei konzentriere sich der Konzern auf die Bereiche Lebensversicherungen und Asset Management. Im geringeren Umfang sei man im Kranken- und Sachversicherungsgeschäft aktiv. In Deutschland trete Aegon unter dem Namen "Moneymaxx" auf. Vertriebsschwerpunkte lägen in den USA, den Niederlanden und Großbritannien. Durch die Akquisition der Direkt-Marketing-Sparte von J.C. Penney werde Aegon Marktführer im Direktvertrieb in den USA.
Damit erhalte Aegon zugleich den Zugang zu den rund 12 Mio. Penney-Kunden in den USA und Kanada. Abweichend von der Strategie anderer Versicherungskonzerne wolle man aber keinen Allfinanzkonzern schaffen. Durch das verstärkte Engagement in den USA wachse allerdings auch die Währungsabhängigkeit. Die Penney-Übernahme sei bereits die dritte Großakquisition Aegons in den USA in den vergangenen sechs Jahren. Ende 1996 habe der niederländische Versicherer die Providian-Versicherung für 3,95 Mrd. US-Dollar gekauft, danach sei die Akquisition der Transamerica-Versicherung für 9,7 Mrd. US-Dollar gefolgt.
Die Spezialität Aegons sei die traditionelle Lebensversicherung. Im ersten Quartal habe die Gesellschaft den Absatz von Fixed-Annuity-Produkten (Rentenversicherung mit festgelegtem Zinssatz) um 47% steigern können. Wegen rückläufiger Margen hätten sich die Absatzzuwächse jedoch nicht in höheren Gewinnbeiträgen niedergeschlagen. Die Versicherung investiere eingehende Kundengelder fristengerecht, aber in diversifizierter Form. Zu diesem Zweck würden 40% in BBB- oder schwächer geratete Bonds investiert, was in der Vergangenheit ein hervorragendes Geschäft dargestellt habe. Während der Kunde lediglich die aktuellen Zinssätze der topgerateten Anleihen garantiert bekomme, behalte Aegon die Marge über den Spread. Dieser Spread zwischen Staatspapieren und niedriger gerateten Bonds erhöhe sich gerade in konjunkturschwachen Zeiten. Allerdings steige hier auch das Bondausfallrisiko.
Aegon habe im Rahmen einer Gewinnwarnung den erwarteten Gewinn um 30 bis 35% von 2,4 Mrd. Euro auf jetzt 1,6 bis 1,7 Mrd. Euro reduziert. Dies sei die erste Gewinnwarnung in der Unternehmensgeschichte gewesen. Hauptproblem sei derzeit der hohe USA-Anteil. Hier würden mehr als 60% der Erträge generiert. Zum Vergleich: Mitbewerber wie ING, Allianz oder die Münchner Rück lägen bei 25% oder darunter. Zudem nehme Aegon keine Währungsabsicherung vor und der Kurs des US-Dollars habe seit Jahresbeginn zeitweise bis zu 19% an Wert verloren.
Daneben habe auch das oben beschriebene Geschäftsmodell von Aegon einen Dämpfer erhalten. Aegon habe seine Stärke in traditionellen Versicherungsprodukten. Hierbei übernehme jedoch die Gesellschaft die Garantie für die Mindestrendite und trage damit auch ein Risiko. Zudem hätten sich auch die Gebühreneinnahmen für die Vermögensverwaltungen ermäßigt.
Die Verluste würden sich folgendermaßen summieren: Schwächerer US-Dollar: ca. 200 Mio. Euro; Engagement WorldCom: ca. 200 Mio. Euro; Rückstellungen für Kreditausfälle sowie eine beschleunigte Amortisation sog. Defered Acquisition Costs: ca. 440 Mio. Euro.
Insbesondere die Tatsache, dass die Kredit-Ratings des vergangenen Jahres offensichtlich nicht mehr glaubwürdig seien, bringe Aegon in eine schwierige Lage. Dadurch dass Aegon Corporate Bonds kaufe und bis zum Fälligkeitstermin halte, sei der Versicherer auf die Analyse der Zahlungsfähigkeit der Unternehmen angewiesen. Stimme diese Analyse nicht mehr, funktioniere auch Aegons Asset Liability Management nicht mehr. Dieses stelle jedoch auch einen Schlüsselfaktor für jeden Lebensversicherer dar. Daher bedeute es in Konsequenz, dass das weltweite Finanzsystem auf dem Spiel stehe, wenn Unternehmen wie WorldCom, die im vergangenen Jahr noch ein A-Rating gehabt hätten, in diesem Jahr insolvent würden.
Auf der anderen Seite sollte man aber auch bedenken, dass es einen Hebel in die andere Richtung gebe. Sobald sich die Märkte beruhigen würden, das Vertrauen in die Kreditratings zurückkehre und das Geschäftsmodell wieder optimal funktioniere, sollte auch der Aktienkurs Aegons wieder ein deutliches Erholungspotenzial aufweisen.
Somit lautet die Anlageempfehlung der Analysten der Sparkasse Essen für die Aktie von Aegon "kaufen".
Die niederländische Aegon N.V. gehöre zu den zehn größten Versicherungskonzernen in der Welt. Dabei konzentriere sich der Konzern auf die Bereiche Lebensversicherungen und Asset Management. Im geringeren Umfang sei man im Kranken- und Sachversicherungsgeschäft aktiv. In Deutschland trete Aegon unter dem Namen "Moneymaxx" auf. Vertriebsschwerpunkte lägen in den USA, den Niederlanden und Großbritannien. Durch die Akquisition der Direkt-Marketing-Sparte von J.C. Penney werde Aegon Marktführer im Direktvertrieb in den USA.
Damit erhalte Aegon zugleich den Zugang zu den rund 12 Mio. Penney-Kunden in den USA und Kanada. Abweichend von der Strategie anderer Versicherungskonzerne wolle man aber keinen Allfinanzkonzern schaffen. Durch das verstärkte Engagement in den USA wachse allerdings auch die Währungsabhängigkeit. Die Penney-Übernahme sei bereits die dritte Großakquisition Aegons in den USA in den vergangenen sechs Jahren. Ende 1996 habe der niederländische Versicherer die Providian-Versicherung für 3,95 Mrd. US-Dollar gekauft, danach sei die Akquisition der Transamerica-Versicherung für 9,7 Mrd. US-Dollar gefolgt.
Die Spezialität Aegons sei die traditionelle Lebensversicherung. Im ersten Quartal habe die Gesellschaft den Absatz von Fixed-Annuity-Produkten (Rentenversicherung mit festgelegtem Zinssatz) um 47% steigern können. Wegen rückläufiger Margen hätten sich die Absatzzuwächse jedoch nicht in höheren Gewinnbeiträgen niedergeschlagen. Die Versicherung investiere eingehende Kundengelder fristengerecht, aber in diversifizierter Form. Zu diesem Zweck würden 40% in BBB- oder schwächer geratete Bonds investiert, was in der Vergangenheit ein hervorragendes Geschäft dargestellt habe. Während der Kunde lediglich die aktuellen Zinssätze der topgerateten Anleihen garantiert bekomme, behalte Aegon die Marge über den Spread. Dieser Spread zwischen Staatspapieren und niedriger gerateten Bonds erhöhe sich gerade in konjunkturschwachen Zeiten. Allerdings steige hier auch das Bondausfallrisiko.
Daneben habe auch das oben beschriebene Geschäftsmodell von Aegon einen Dämpfer erhalten. Aegon habe seine Stärke in traditionellen Versicherungsprodukten. Hierbei übernehme jedoch die Gesellschaft die Garantie für die Mindestrendite und trage damit auch ein Risiko. Zudem hätten sich auch die Gebühreneinnahmen für die Vermögensverwaltungen ermäßigt.
Die Verluste würden sich folgendermaßen summieren: Schwächerer US-Dollar: ca. 200 Mio. Euro; Engagement WorldCom: ca. 200 Mio. Euro; Rückstellungen für Kreditausfälle sowie eine beschleunigte Amortisation sog. Defered Acquisition Costs: ca. 440 Mio. Euro.
Insbesondere die Tatsache, dass die Kredit-Ratings des vergangenen Jahres offensichtlich nicht mehr glaubwürdig seien, bringe Aegon in eine schwierige Lage. Dadurch dass Aegon Corporate Bonds kaufe und bis zum Fälligkeitstermin halte, sei der Versicherer auf die Analyse der Zahlungsfähigkeit der Unternehmen angewiesen. Stimme diese Analyse nicht mehr, funktioniere auch Aegons Asset Liability Management nicht mehr. Dieses stelle jedoch auch einen Schlüsselfaktor für jeden Lebensversicherer dar. Daher bedeute es in Konsequenz, dass das weltweite Finanzsystem auf dem Spiel stehe, wenn Unternehmen wie WorldCom, die im vergangenen Jahr noch ein A-Rating gehabt hätten, in diesem Jahr insolvent würden.
Auf der anderen Seite sollte man aber auch bedenken, dass es einen Hebel in die andere Richtung gebe. Sobald sich die Märkte beruhigen würden, das Vertrauen in die Kreditratings zurückkehre und das Geschäftsmodell wieder optimal funktioniere, sollte auch der Aktienkurs Aegons wieder ein deutliches Erholungspotenzial aufweisen.
Somit lautet die Anlageempfehlung der Analysten der Sparkasse Essen für die Aktie von Aegon "kaufen".
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