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Fr, 17. April 2026, 17:12 Uhr

ABN AMRO Holding

WKN: 880026 / ISIN: NL0000301109

ABN Amro abgestuft


05.10.98 00:00
Hamburgische LB

ABN Amro neutral (vorher: übergewichten) letzte Analyse: 05/98
Niederlande / Banken

WPK-Nr. 880 026
Reuters: AAH.AS

Andreas Pläsier / Maren Both
Wertpapier-Research
Telefon: 040 3333 3299

Kurs am 02.10.98 HFL 28,8
KGV (Ergebnis 1999): 8,6

20%ige Gewinnsteigerung im 1. Halbjahr 1998

Die niederländische Großbank ABN Amro habe ihren Nettogewinn im 1. Halbjahr 1998 um 20% auf 2,4 Mrd. HFL gesteigert. Das Ergebnis je Aktie betrage 1,67 HFL nach 1,41 HFL im Vorjahreszeitraum. Den Gewinn vor Steuern habe das Institut um 16,2% auf 3,6 Mrd. HFL verbessert. Dabei konnte ABN Amro sowohl im Inland als auch im Ausland - mit Ausnahme von Lateinamerika - die Ergebnisbeiträge wesentlich steigern, heißt es. Das operative Ergebnis aus dem Investment Banking sei dabei konstant geblieben. Die Rückstellungen für die Risikovorsorge seien aufgrund der wirtschaftlichen Probleme in Asien und Lateinamerika deutlich von 492 Mio.HFL auf 892 Mio. HFL aufgestockt worden.

Übernahme der Generale Bank gescheitert

ABN Amro habe vor wenigen Monaten den Kampf um die Übernahme der belgischen Generale Bank gegen den belgisch-niederländischen Allfinanzkonzern Fortis verloren. Für ABN Amro sei es bereits der zweite mißglückte Übernahmeversuch in diesem Jahr, nachdem der Kauf der CIC-Bank in Frankreich im April gescheit sei. Erfolgreich sei die Bank dagegen Ende August gewesen, als sie einen 75%igen Anteil an der Bank of Asia in Thailand übernommen habe. Außerdem hätten die Niederländer die Banco Real, die viertgrößte brasilianische Geschäftsbank erworben, und dadurch ihre ohnehin schon gute Position in Lateinamerika weiter ausgebaut. Die getätigten Akquisitionen sollten das Ergebnis der ABN Amro ab 1999 positiv beeinflussen, so die Analysten.

Ausblick und Einschätzung

ABN Amro sehe den europäischen Markt weiter als Zukunftsmarkt. Dabei liege der Schwerpunkt weiterer Akquisitionsbemühungen in Deutschland, Italien, Belgien und Frankreich. In den USA sei ABN Amro als größte ausländische Bank schon gut positioniert, auch dort rechne man, ebenso wie in Südostasien, mit einer weiteren Expansion. Ferner setzte man auf den Ausbau des Versicherungsgeschäftes, mit dem bis zum Jahr 2000 rund 10% der Einkünfte erzielt werden sollen.

Die gute Entwicklung im ersten Halbjahr 1998 dürfe nicht darüber hinwegtäuschen, daß sich die Rahmenbedingungen für den Bankensektor generell deutlich verschlechtert haben. Auch ABN Amro erwarte eine nochmalige Aufstockung der erforderlichen Rückstellungen zur Risikovorsorge. Insbesondere für das Rußland-Engagement der Bank bestehe hier ein Wertberichtigungsbedarf von mehreren hundert Millionen Gulden. Am Hedge-Fonds LTCM sei ABN Amro nicht beteiligt. Das Handelsergebnis und der Provisionsüberschuß würden dennoch von den Turbulenzen an den Finanzmärkten nicht unbeeinflußt bleiben. Die Experten haben Rating deshalb von übergewichten auf neutral heruntergesetzt.

Die veröffentlichten Informationen basieren auf allgemein zugänglichen Quellen, die wir für zuverlässig halten. Die hier geäußerten Meinungen über Märkte und Produkte sind unverbindlich. Sie stellen keine Aufforderung und kein Angebot zum Kauf oder Verkauf dar. Die Lektüre dieser Publikation kann eine individuelle Beratung nicht ersetzen. Wir bitten Sie deshalb, sich an Ihren Betreuer bei der Hamburgischen Landesbank zu wenden.




 
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